Die 7 häufigsten „Sommerleiden“ – und was dagegen hilft

Sommer, Sonne – Sonnenstich. Die wärmste Zeit des Jahres ist nicht nur ein Genuss, sondern birgt auch besondere Gesundheitsrisiken. Hitze, Trockenheit und Keime können einem schwer zusetzen. Damit die Beschwerden rasch wieder abklingen oder sogar Schlimmeres vermieden wird, ist es wichtig, schnell und richtig zu reagieren. Was im Ernstfall hilft, das lesen Sie hier!

1. Bindehautentzündung

Grelles Sonnenlicht und Zugluft wie am Strand oder beim Cabriofahren reizen die Augen und verursachen Entzündungen der Bindehaut. Schon am nächsten Morgen ist das Auge gerötet, brennt und tränt. Meistens ist das Leiden harmlos. Nicht oder falsch behandelt, kann es allerdings zu bleibenden Sehbeeinträchtigungen kommen.

Das hilft:

Auflagen mit Augentrost: Übergießen Sie einen Teelöffel Augentrost (Apotheke, Kräuterladen) mit einem Viertelliter heißem Wasser. Zwei Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Nach dem Abkühlen ein sauberes Tuch eintauchen und für zehn Minuten auf das geschlossene Auge legen.

Achtung: Gehen Sie unbedingt zum Augenarzt, falls die Beschwerden nach drei Tagen noch nicht verschwunden sind. Es gibt infektiöse Formen der Bindehautentzündung, die von Viren oder Bakterien hervorgerufen werden und unbedingt vom Arzt behandelt werden müssen. Sie können sonst chronisch werden und eine dauerhafte Beeinträchtigung des Sehvermögens auslösen.

2. Sonnenstich

Was gibt es Schöneres, als am Strand zu liegen und die warme Sonne zu genießen? Eine kühle Brise sorgt dafür, dass die Temperatur angenehm erträglich ist. Doch Vorsicht: Zu lange intensive Sonneneinwirkung auf den ungeschützten Kopf kann einen Sonnenstich hervorrufen. Der Kopf ist rot und schmerzt, der Nacken ist steif,

oft kommen noch Übelkeit und Erbrechen hinzu. Die starke Sonneneinstrahlung hat die Hirnhäute gereizt.

Das hilft:

Kühlung: Das wichtigste ist, die betroffene Person sofort an einen kühlen Ort zu bringen. Legen Sie feuchte Tücher auf den Kopf und in den Nacken. Öffnen Sie die Kleidung, so dass kühle Luft an den Körper kommt und ein eventueller Hitzestau nach außen entweichen kann. Geben Sie dem Betroffenen gekühlte alkoholfreie Getränke zu trinken.

Achtung: Rufen Sie bei Fieber oder Bewusstlosigkeit sofort den Notarzt!

3. Sommergrippe

Es ist das schönste Wetter, blauer Himmel, sommerlich warm. Doch auf einmal läuft die Nase, schmerzen Hals und Kopf, manchmal kommt Fieber hinzu. Man fühlt sich müde, abgeschlagen und erschöpft. Eine Sommergruppe ist zwar in der Regel harmlos, kann einem die schöne Sommerzeit aber kräftig vermiesen.

Das hilft:

Heilkräuter: Inhalieren Sie mehrmals täglich mit Kamille, trinken Sie Lindenblütentee und legen Sie sich zum Schwitzen ins Bett. Für den Tee einen Esslöffel Lindenblüten (Apotheke, Kräuterladen) mit einem Viertelliter heißem Wasser übergießen, zehn Minuten abgedeckt ziehen lassen, dann abseihen. Schluckweise ungesüßt trinken.

Immunsystem stärken: Medikamente gegen Sommergrippe gibt es nicht, das Immunsystem muss aus eigener Kraft damit fertig werden. Meiden Sie deshalb körperliche Anstrengung, ernähren Sie sich vitaminreich, sorgen Sie für ausreichend Ruhe und Schlaf, nehmen Sie täglich mindestens drei Liter alkoholfreie zimmerwarme Getränke zu sich.

Achtung: Gehen Sie zum Arzt, wenn die Beschwerden länger als 14 Tage anhalten, das Fieber über 39 Grad steigt oder aus der Nase grünlich-gelber Ausfluss kommt.

4. Mittelohrentzündung

Wasser in den Ohren nach dem Schwimmen, Zugluft oder eine nicht vollständig ausgeheilte Sommergrippe können eine Mittelohrentzündung verursachen. Etwa 80 Prozent aller Mittelohrentzündungen werden von Schnupfenviren verursacht, die über den Nasen-Rachen-Raum in das Mittelohr gelangen.

Das hilft:

Apfelessig: Schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken Anwendungen mit Apfelessig. Geben Sie dazu 6-mal täglich einige Tropfen Apfelessig in das Betroffene Ohr. Der Heilungserfolg ist nach einer Studie der Universität Seoul fast mit dem von Antibiotika zu vergleichen.

Zwiebelwickel: Bewährt haben sich zur Behandlung von Mittelohrentzündung auch Zwiebelwickel. Wickeln Sie eine gehackte Zwiebel in ein Stück Stoff ein und legen Sie es außen auf das Ohr. Darauf kommt noch eine gut lauwarme Wärmflasche. Der Wickel bleibt am Ohr, bis die Wärmflasche abgekühlt ist.

Achtung: Sind die Beschwerden nach drei bis fünf Tagen noch nicht abgeklungen, muss ein Arzt aufgesucht werden. Die Entzündung könnte chronisch werden und bleibende Schädigungen hervorrufen.

5. Sonnenbrand

Sonnenbrand darf nie auf die leichte Schulter genommen werden. Er ist nicht nur unangenehm, sondern erhöht deutlich das Risiko für Hautkrebs. Durch intensive Sonnenbestrahlung entstehen in der Haut Brandwunden ersten bis zweiten Grades, die aufgrund von Schädigungen der Erbanlagen in den Zellen zu deren Entartung führen können. Je mehr Sonnenbrände die Haut erleidet, desto stärker steigt das Risiko an.

Das hilft:

Vorbeugung: Am besten ist es, erst gar keinen Sonnenbrand zu bekommen. Bleiben Sie im Schatten, behalten Sie beim Aufenthalt in der Sonne leichte Kleidung an und

tragen Sie ein Sonnenschutzmittel mit möglichst hohem Lichtschutzfaktor auf, das bei einem Badeurlaub auch wasserbeständig sein sollte.

Kühlung: Legen Sie feucht-kalte Tücher auf die betroffenen Hautstellen. Die Verdunstungskälte sorgt für ausreichend Kühlung. Warm gewordene Tücher durch neue ersetzen. Gut sind auch Auflagen mit Quark oder Joghurt aus dem Kühlschrank. Schlecht hingegen sind Eisauflagen, die zu Erfrierungen führen können und die Hautregeneration behindern, da sie das Immunsystem ausbremsen.

Medikamente: Halten die Beschwerden länger an oder bilden sich sogar Blasen, helfen spezielle Cremes. Lassen Sie sich dazu am besten in der Apotheke beraten.

6. Venenentzündung

Sind die Venen gesund, dann fließt das Blut ohne Störung zum Herzen zurück. Sind die Venen allerdings entzündet, kann das sehr unangenehm werden. Anfangs sind es Wärmegefühl und Druckempfindlichkeit, später kommen teilweise sogar starke Schmerzen hinzu. In der Sommerhitze steigt das Risiko, an einer Venenentzündung zu erkranken. Die Hitze weitet die Gefäße und reizt dadurch die Gefäßwände.

Das hilft:

Quarkauflagen: Streichen Sie kalten Quark auf ein Tuch und legen Sie dieses dann mit dem Quark nach unten auf das betroffene Bein. Die Auflage eine Stunde anlassen, dann abnehmen und das Bein mit kaltem Wasser abspülen.

Bewegung: Auch wenn die Beine schmerzen – legen Sie sich nicht ins Bett. Das Liegen reduziert die Fließgeschwindigkeit des Blutes und heizt auf die Weise die Entzündung noch zusätzlich an. Sorgen Sie hingegen dafür, sich regelmäßig und moderat zu bewegen, ohne an die Schmerzgrenze zu gelangen.

Achtung: Halten die Beschwerden länger als eine Woche an, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dann nämlich steigt das Risiko, dass sich ein Blutgerinnsel bildet, das wandert und an anderer Stelle zu einer gefährlichen Blockade des Blutstroms wird.

7. Durchfall

Manche Keime fühlen sich erst bei Sommerhitze richtig wohl und vermehren sich dann explosionsartig, wie etwa Salmonellen. Sind Lebensmittel befallen und werden sie verzehrt, kann das zu äußerst unangenehmen, krampfartigen Durchfällen führen.

Das hilft:

Darmberuhigung: Tormentilltee beruhigt und entspannt den Darm. Einen Teelöffel mit Tormentill (Apotheke, Kräuterladen) mit einem Viertelliter heißem Wasser übergießen, zwei Minuten ziehen lassen, abseihen. Zwei Tassen täglich trinken.

Schutzfilm: Ein altes Hausmittel gegen Durchfall ist geriebener roher Apfel. Mindestens zweimal täglich zwei mittelgroße Äpfel halbieren und das Kerngehäuse samt Kernen entfernen. Dann die ungeschälten Apfelhälften mit einer Obstreibe reiben und verzehren. Das im Apfel enthaltene Pektin legt sich wie ein dünner Schutzfilm über die Darmwand, so dass bakterielle Giftstoffe sie nicht mehr reizen können. Außerdem ist Pektin ein Quellstoff, der den Stuhl eindickt. Dazu täglich mindestens drei Liter Mineralwasser trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

Achtung: Dauert der Durchfall länger als drei Tage und setzt dann noch keine Besserung ein, kommt Fieber über 39 Grad hinzu, enthält er Blut- oder Eiterbeimischungen, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

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