Die Fassade eines Wohnblocks aufgenommen am 28.08.2014 in Hannover (Niedersachsen). In Niedersachsen und Bremen fehlen Wohnungen mit geringen Mieten. Foto: Ole Spata/dpa (zu lni vom 29.08.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Flüchtlingskrise und Niedrigzinsen: Bauboom so stark wie zuletzt vor 16 Jahren

Niedrige Zinsen und die Unterbringung Hunderttausender Flüchtlinge haben in den ersten fünf Monaten des Jahres den Bauboom in Deutschland beschleunigt. Von Januar bis Mai wurde der Bau von 148.400 Wohnungen genehmigt, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren 30,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und der höchste Stand in den ersten fünf Monaten eines Jahres seit 2000. Damals waren im gleichen Zeitraum 154.700 Wohnungen genehmigt worden.

 Am stärksten stiegen diesmal die Baugenehmigungen für Wohnungen in Wohnheimen, die sich auf 10.300 mehr als verdreifachten. Zu dieser Kategorie zählen auch Flüchtlingsunterkünfte.

Deutliche Zuwächse gab es auch bei Mehrfamilienhäusern (plus 26,5 Prozent), Zweifamilienhäusern (plus 21,6 Prozent) und Einfamilienhäusern (plus 15,8 Prozent). Wegen der niedrigen Zinsen stecken viele Investoren ihr Geld zunehmend in Immobilien.

Der Bedarf an neuen Wohnungen bleibt hoch. Bundesregierung und Immobilienwirtschaft schätzen ihn auf 350.000 bis 400.000 pro Jahr. 2015 wurde das Ziel jedoch deutlich verfehlt: Rund 248.000 Wohnungen wurden fertiggestellt – so viele wie seit 2006 nicht mehr, aber weniger als angenommen. Zuletzt hatten sich Union und SPD nicht darauf einigen können, den Mietwohnungsbau wie ursprünglich geplant mit Steueranreizen in Milliardenhöhe zu fördern.

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